Römerbrücke

Mitten an der Mosel liegt die älteste Stadt Deutschlands: Trier. Die Stadt mit Historie hat neben dem Wahrzeichen, der Porta Nigra, dem Trierer Dom und zahlreichen Kirchen auch noch viele weitere sehenswerte Relikte aus vergangener Zeit. Eines davon ist die älteste Brücke Deutschlands. Die Römerbrücke oder Alte Moselbrücke ist bis heute in Gebrauch und dient als Verkehrsweg für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Sie hat eine Gesamtlänge von 198 Metern.

Bau der ersten Römerbrücke

Die erste Brücke wurde bereits im 18/17 v. Chr. errichtet. 1963 konnten die Pfähle mit Hilfe von dendrochronologischer Untersuchungen auf diese frühe Zeit datiert werden. Vermutlich stellte die Brücke den Zugang zur ersten römischen Siedlung dar. An welchem Punkt sie genau stand, kann heute nicht mehr exakt bestimmt werden. Die Brücke bestand noch aus Holz, als sogennante Pfahljochbrücke. Dabei wurden Pfeiler schräg in das Flussbett gerammt und mit Balken verbunden. Um eine Straße zu konstruieren, wurden die Querbalken mit Holzbalken verbunden. Um die Stömung zu brechen, wurden weitere Pfeiler schräg an der Konstruktion angebracht. Vermutlich musste ein Teil der alten Römerbrücke als Zugbrücke gebaut werden, da sie zu niedrig war, um Schiffe passieren zu lassen.
Die erste Holzbrücke existierte für ungefähr 90 Jahre.

Bau der zweiten Römerbrücke

Die erste Steinbrücke wurde 45 n. Chr. unter Vespasian ein Stück flussabwärts erbaut. Ein im Flussbett stehender Balkenrost trug die Steinpfeiler. Überreste der Eisenschuhe und Balken werden heutzutage im Landesmuseum in Trier ausgestellt. Bei Niedrigwasser sollen außerdem heute noch Teile davon in der Mosel zu sehen sein. In römischer Zeit verfügte die Römerbrücke noch über ein Sprengwerk, das auf den den Pfeilern thronte. Diese trug die eigentliche Holzfahrbahn. Vermutlich hatte die Fahrbahn insgesamt eine Breite von 8 Metern. Nach dem Einpassen der Zufahrtswege in das neue Straßennetz wurde diese alte Brücke abgerissen.

Bau der heutigen Römerbrücke

Die heutige Römerbrücke wurde zwischen 142 und 150 n. Chr. an einem Knotenpunkt errichtet. Dieser verband Straßen- und Wasserwege eines Fernstraßensystems des römischen Reichs. Die Römerbrücke ist damit die dritte Brücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, seit die Stadt gegründet wurde. Zu Beginn bestand sie noch aus Holzbalken, die auf Steinpfeilern erbaut wurde. Die Pfeiler lagen auf dem Flussbett auf. Flussaufwärts verfügt sie über nach oben hin spitz zulaufende Pfeiler, damit sie harten Wetterbedingungen, wie Hochwasser und Eis, besser standhalten konnte. Die Brückenpfeiler sind bis heute erhalten geblieben. Die ersten beiden Pfeiler auf der Stadtseite sind in der römischen Zeit allerdings bei Umbauten in der Uferaufschüttung begraben worden. Dadurch sind nur noch die restlichen Pfeiler zu sehen.
Auch diese Brücke verfügte über eine Holzkonstruktion, die die eigentliche Fahrbahn trug. Die Fahrbahn war, im Vergleich zur Fahrbahn der alten Brücke, um zirka 3 Meter verbreitert worden.

An den Seiten wurde die Brücke mit Spundwänden wasserdicht konstruiert. Der Boden wurde mit robusten Pfeilern aus Basalt- und Blausteinquadern in die Mosel gebaut. Das Material, das bei dem Bau der Brücke zum Einsatz kam, stammte unter anderem aus dem Abbaugebiet rund um den ehemaligen Vulkan Hohe Buche.

Veränderungen an der Römerbrücke

Die steinerne Wölbung der Brücke entstand zwischen 1190 und 1490, vermutlich unter Kurfürst Balduin. 1490 gilt auch als das Jahr der Fertigstellung der Brücke.
Im Mittelalter wurde das alte Brückentor gesprengt. Noch heute sind sich die Experten nicht sicher, auf welcher Seite das Tor gestanden haben soll. Vom Bau ähnelte es der Porta Nigra und trug den Namen Porta Inclyte, was „berühmtes Tor“ bedeutet. Französische Soldaten unter der Herrschaft von Ludwig XIV, sprengten die Brücke 1689. Von 1716 bis 1718 wurde die Brücke erneuert. Hierfür verantwortlich war der Hofzimmermann Johann Georg Judas. Bei diesem Umbau wurde auf den 5. Pfeiler ein Kruzifix gesetzt und eine Statue des heiligen Nikolaus errichtet. 1931 wurde die Brücke erweitert und erhielt ihre Fußgängerwege.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Römerbrücke nicht beschädigt. Das führte dazu, dass die Amerikaner am 02.03.1945 ungehindert nach Trier West gelangen konnten. Vermutlich sollte die Brücke von den Deutschen gesprengt werden. Allerdings konnten die Kabel für die Sprengladung nicht mehr gezündet werden, da sie von den Trümmern auf der Brücke bereits zu stark beschädigt worden waren. Im Rahmen der Moselkanalisierung erfolgten nach dem zweiten Weltkrieg umfangreiche archäologische Untersuchungen.

Bedeutung der Römerbrücke

Die Römerbrücke ist der älteste römische Brückenbau nördlich der Alpen. Die Brücke verbindet noch heute die Stadt mit dem westlichen Moselufer und ist, gerade zu Stoßzeiten, stark frequentiert. Sie zählt seit 1986 zum UNESCO-Welterbe Römisches Baudenkmal.
Ihren jetzigen baulichen Zustand verdankt sie den Umbauten im Jahre 1931.
Da die heutige Brücke noch immer auf den Pfeilern der im 2. Jh. n. Chr. erbauten Brücke steht, ist sie ein Beweis des großen Könnens der römischen Architekten. 5 der ursprünglich 7 Pfeiler sind heute noch zu sehen und verfügen darüber hinaus noch über sichtbare Konsolen, die die alte Holzkonstruktion stützten.

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