E-CALL: Im Ernstfall Dein Lebensretter beim Autounfall!

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E-Call

Seit März 2018 ist die Verbauung des sogenannten eCall Pflicht. Du kannst diese Funktion, die im Notfall Leben retten kann, aber nicht nur bei Neuwagen nutzen. Auch das Nachrüsten ist dank dem Unfallmeldestecker kein Problem. Wir stellen Dir eCall vor und sagen Dir, was Du zu diesem wichtigen Thema wissen musst.

Was ist der eCall?

eCall ist eine Funktion, die Unfälle registriert und automatisch Hilfe anfordert. Das kann vor allem bei Unfällen auf leeren und einsamen Straßen lebensrettend sein. Ist z. B. nachts kaum Verkehr unterwegs und die Insassen eines verunfallten Fahrzeuges können selbst keine Hilfe rufen, ist die Not groß. Aber auch bei viel befahrenen Straßen dauert es in der Regel etwas Zeit, bis andere Autofahrer Rettungsdienste und Polizei alarmiert haben.

Mit dem eCall gehört diese Verzögerung der Vergangenheit an. Dieses System erkennt über Crash-Sensoren Unfälle automatisch und setzt umgehend einen Notruf ab. Handelt es sich um ein neues Fahrzeug (alle neuen Modelle ab April 2018), wählt die Mobileinheit des Steuergerätes automatisch die Notrufnummer 112.

Handelt es sich um ein älteres Fahrzeug, kann eCall über einen Unfallmeldestecker nachgerüstet werden. Dieser wurde vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen mit Bosch und IBM einen Unfallstecker entwickelt. Der Stecker wird per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und meldet der darauf installierten App nicht nur den Unfall, sondern auch den Schweregrad sowie die GPS-Daten. Das Smartphone ruft dann im Falle eines erkannten Unfalls automatisch den Versicherer an. Die dortigen Mitarbeiter fragen, ob Polizei und Krankenwagen erforderlich sind. Antwortet der Fahrer aufgrund der Schwere des Unfalls nicht, verständigen sie umgehend die Notrufzentrale, sodass sich Hilfe schnellstens auf den Weg machen kann. Du kannst die App außerdem auch nutzen, wenn Du nur Zeuge eines Unfalls bist und Hilfe herbeirufen willst.

Die eCall Verordnung und Gesetzgebung

Im Jahr 2015 wurde eine EU-Verordnung erlassen, die besagt, dass das Notrufsystem eCall in Europa Pflicht werden soll. Ab dem 31. März müssen alle neuen Automodelle in den 28 Staaten der Europäischen Union (EU) von Werk ab mit der eCall-Technik ausgerüstet sein. Integriert ein Hersteller eCall nicht in eines seiner neuen Modelle, erhält das neue Fahrzeugmodell keine Typengenehmigung. Die Folge ist, dass es somit auch nicht auf dem europäischen Markt verkauft werden kann.

Laut Gesetz von Juni 2014 mussten die EU-Mitgliedsstaaten bis zum Oktober 2017 die Infrastruktur für die Abwicklung der eCall-Notrufe auf die Beine gestellt haben. Die seit diesem Monat in Kraft getretene Regelung gilt zunächst nur für PKW sowie leichte Nutzfahrzeuge. Bis 2021 muss die EU-Kommission entscheiden, ob auch eine Ausweitung der eCall-Pflicht auf LKWs und Omnibusse sinnvoll wäre.

eCall Nachrüsten – was entstehen für Kosten?

Wie bereits kurz geschildert, kann die eCall-Funktion dank einem Unfallmeldestecker auch in Altfahrzeugen nachgerüstet werden. Fast alle Autoversicherungen (rund 80 % Marktabdeckung) bieten den Stecker zum Nachrüsten an. Eine Liste der teilnehmenden Versicherungen findest Du hier (nach unten scrollen). Einige bieten den Stecker kostenlos an, bei anderen kostet dieser eine einmalige oder jährliche Gebühr. Viele verlangen, dass Du als Kunde zusätzlich einen Schutzbrief kaufst. Der Notruf selbst ist in jedem Fall kostenfrei. Und für alle, die datenschutztechnische Probleme sehen: Die Versicherer versprechen, nur Daten zu speichern, die beim Registrieren und Auslösen übermittelt werden.

Der Stecker kann in nahezu jedem Fahrzeug installiert werden. Er benötigt lediglich eine 12-Volt-Buchse (z. B. den Zigarettenanzünder). Zudem ist ein Smartphone mit Android ab Version 2.3.4 oder ein iPhone ab Modell 5 und iOS ab Version 8 erforderlich, zu dem eine Bluetooth-Verbindung aufgebaut und auf dem die entsprechende kostenlose App installiert sein muss. Außerdem verfügt der Stecker über einen USB-Anschluss, sodass das Handy während der Fahrt geladen werden kann.

HUK – Coburg

Die HUK – Coburg als einer der größten Autoversicherer des Landes bietet den Unfallmeldestecker für 9 Euro jährlich an. Voraussetzung ist mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung bei der Versicherung. Fülle einfach das auf der Webseite bereitgestellte Formular aus oder rufe die HUK – Coburg an, um den Unfallmeldestecker zu den genannten Kosten zu bestellen.

Allianz

Natürlich gibt es den Unfallmeldestecker auch bei der Allianz. Die Kosten liegen je Tarifmerkmalen bei rund 30 Euro. Die genaue Höhe erfährst Du bei einem Tarifvergleich (für Neukunden) oder beim Kundenservice der Allianz, wenn Du bereits Kunde dieses führenden Versicherers bist.

Bosch

Bosch ist der Entwickler und Hersteller des Unfallmeldesteckers. Dort kannst Du diesen aber nicht direkt erwerben. Er ist nur über einen der teilnehmenden Versicherer erhältlich. In Deutschland machen bisher rund 40 bis 50 Versicherungsgesellschaften mit.

Musst Du nachrüsten?

Einen Zwang, die eCall-Nachrüstlösung durch den Unfallmeldestecker zu kaufen und einzusetzen, gibt es nicht. Du solltest es Dir aber auf jeden Fall überlegen. Schließlich dient dieser zu Deiner eigenen Sicherheit. Hast Du einen schweren Unfall und bist selbst nicht mehr in der Lage, den Rettungsdienst zu alarmieren, bist Du nicht mehr auf die Hilfe anderer Personen angewiesen. Stattdessen meldet eCall automatisch Deine Situation an den Rettungsdienst. Die EU-Kommission rechnet damit, dass durch den automatisierten Notruf so jedes Jahr rund 2500 Menschenleben gerettet werden. Es wäre doch schön, wenn Du im Notfall auch darunter bist. Denn leider ist niemand vor einem Unfall gefeit.

Quelle: Bosch Press via Twitter

Test und Erfahrungen

Die ersten Erfahrungen und Testergebnisse des eCall-Systems waren bisher positiv. So hat z. B. ein länderübergreifender Praxistest ergeben, dass in 90 Prozent aller Fälle eine Verbindung zur Notrufzentrale innerhalb von 25 Sekunden hergestellt wurde. Das ist bedeutend schneller als ein manueller Notruf. In 97 Prozent war die Verbindung immerhin innerhalb von 45 Sekunden aufgebaut. Auch der ADAC als führender Automobilclub empfiehlt den Unfallmeldestecker, da er die Sicherheit im Straßenverkehr steigert.

Fazit

eCall und der Unfallmeldestecker sind eine sinnvolle Sache. Sie ermöglichen einen schnellen Hilferuf, wenn verunfallte Autofahrer selbst keine Hilfe rufen können und andere Personen gerade nicht zugegen sind. Die Kosten schwanken je nach Autoversicherer, sind allerdings relativ günstig. So viel sollte jedem von uns die eigene Sicherheit wert sein. Denn ein schwerer Unfall kann schneller passieren, als man meist denkt – zumal Du noch nicht einmal die Schuld an diesem tragen musst…

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