KFZ Versicherung

Eine Kfz Versicherung ist für Autofahrer in Deutschland unabdingbar. Dennoch gibt es große Unterschiede und viele Dinge, die es zu beachten gilt. Wir informieren Sie, wie Sie eine gute und günstige Kfz Versicherung für Ihr Fahrzeug finden.

Was ist eigentlich eine Kfz Versicherung?

Die Kfz Versicherung bzw. Autoversicherung ist eine Versicherung für ein Auto. Sie ist verpflichtend für jeden Autofahrer, um die durch einen Unfall entstehenden Kosten, die hoch ausfallen können, abzusichern. Hiermit soll der Unfallgegner bei einem Autounfall abgesichert und finanziell entschädigt werden, als wäre der Unfall nie passiert. Die Mindestdeckungssummer einer Kfz Haftpflichtversicherung beträgt in Deutschland 7,5 Millionen Euro für Personenschäden sowie 500.000 Euro für Sach- und 50.000 Euro für Vermögensschäden.

Was ist eine Schadenfreiheitsklasse?

Die Schadenfreiheitsklasse, kurz SF-Klasse, spiegelt Ihre Schadensbilanz wieder. Sie wird sowohl bei Kfz Haftpflicht- als auch Vollkaskoversicherungen eingesetzt. DIE SF-Klassen reichen in der Regel von 0 bis 35. Zudem gibt es die Sonderklassen SF 1/2 (für Personen, die das erste eigene Fahrzeug zulassen, aber bereits Fahrpraxis vorweisen können) sowie die SF-Klassen S und M (Versicherungsnehmern in SF 1 sowie Fahranfängern in SF ½ bzw. 0 werden bei einem Schaden hierhin zurückgestuft). Ihre Schadenfreiheitsklasse steigt mit jedem schadenfreien Versicherungsjahr.

Je höher die eigene Schadenfreiheitsklasse ist, desto höher ist auch der Schadenfreiheitsrabatt (kurz SF-Rabatt), die ein Versicherer Ihnen gewährt. Somit zahlen Sie weniger für Ihre Kfz Versicherung. Kommt es in einem Beitragsjahr zu einem Schadensfall, stuft der Versicherer in der Regel die Schadenfreiheitsklasse zurück, sodass Sie im Folgejahr mit einem höheren Kfz Versicherungsbeitrag rechnen müssen.

Kfz Versicherung mit Werkstattbindung

Stimmen Sie bei Abschluss einer Kfz Versicherung einer Werkstattbindung zu, erklären Sie sich bereit, im Falle eines Schadens an dem Fahrzeug die Reparatur in einer von dem Versicherungsunternehmen festgelegten Werkstatt durchführen zu lassen. Sie haben also nicht mehr die Möglichkeit, die Werkstatt frei zu wählen.

Die Versicherungen arbeiten hierfür mit Werkstätten zusammen, mit denen Rahmenverträge geschlossen werden. Sie haben als Versicherter keinen Einfluss, ob die Reparatur in einer Markenwerkstatt oder in einer freien Werkstatt durchgeführt wird. Allerdings ist die Vertragswerkstatt des Versicherers natürlich dazu verpflichtet, das beschädigte Fahrzeug fachgerecht und gemäß der Herstellervorgaben instand zu setzen.

In der Regel belohnen die Versicherungen eine Werkstattbindung mit einem günstigeren Tarif. Somit zahlen Sie weniger pro Jahr für Ihre Kfz Versicherung. Dafür haben Sie aber im Falle eines Schadens eventuell mehr Aufwand, da Sie nicht die nächstgelegene Werkstatt bzw. die Werkstatt Ihres Vertrauens aufsuchen können, sondern den Vorgaben der Versicherung Folge leisten und Ihr beschädigtes Fahrzeug in die entsprechende Partnerwerkstatt bringen müssen.

Welche Arten von Kfz Versicherungen gibt es?

Kfz Versicherungen werden in drei Arten unterteilt: Haftpflicht-, Kasko– und Insassenversicherung. Alle drei Arten stellen wir Ihnen nachfolgend mit ihren Unterschieden sowie dem jeweiligen Zweck vor.

Die Haftpflichtversicherung ist in Deutschland für jedes Fahrzeug, das am Straßenverkehr teilnimmt, Pflicht. Über sie werden Schadensersatzansprüche gegen den Halter des Kfz reguliert, z. B. nach einem Unfall. Der Nachweis für eine Kfz Haftpflichtversicherung ist die Doppelkarte, die bei Zulassung eines Fahrzeuges vorgelegt werden muss. Sollte im Falle eines Unfalls (noch) nicht klar sein, wer für den Unfall verantwortlich ist und somit für den Schaden aufkommen muss, fungiert die Kfz Haftpflichtversicherung zudem auf indirektem Wege als Rechtschutzversicherung. Die Versicherungen prozessieren dann untereinander, die daraus entstehenden Kosten müssen nicht vom Fahrzeughalter getragen werden. Zudem sind in Deutschland Mindestdeckungssummen vorgeschrieben, die wir Ihnen eingangs bereits weiter oben auf dieser Seite dargelegt haben.

Die Kfz Kaskoversicherung ist eine Stufe höher angesiedelt als die Kfz Haftpflichtversicherung. Sie wird noch einmal unterteilt in die Teilkasko– und die Vollkaskoversicherung. Beginen wir mit der Teilkaskoversicherung. Sie deckt Sachschäden am versicherten Kfz ab, darunter in der Regel auch Feuer, Diebstahl, Glasbruch, Wildschäden, Marderbiss und weitere Schadensursachen (variieren je nach Versicherung). Diese Versicherungsform ist meist bei Fahrzeugen mit einem Alter von ca. 2 bis 5 Jahren zu empfehlen. Bei älteren Fahrzeugen reicht in der Regel eine Haftpflichtversicherung.

Die Vollkaskoversicherung ist hingegen für Neufahrzeuge zu empfehlen, da die Schadenssumme sehr hoch ausfallen kann. Sie deckt sämtliche Schäden am Fahrzeug ab – egal, ob der Halter selbst einen Unfall verursacht (die sogenannte Kollisionskasko-Versicherung), der Unfallgegner aufgrund von Fahrerflucht nicht bekannt ist oder der Pkw Vandalismus zum Opfer fällt, also von Unbekannten mutwillig beschädigt wird. Allerdings sind auch die Beiträge bei einer Vollkaskoversicherung am höchsten.

Als dritte Versicherungsart gibt es noch die Insassenversicherung. Sie bietet, wie der Name schon sagt, zusätzlichen Schutz für die Fahrzeuginsassen, also Fahrer und Beifahrer. Die Leistungen der Insassenversicherung sind unabhängig von eventuellen Haftpflichtansprüchen. Sie übernimmt Schäden bei Unfällen, die ohne Verschulden des Fahrers entstehen (z. B. Reifenplatzer). Sie kann je nach Bedarf und Leistungen um Invalidität, Todesfälle, Heilkosten oder Tagegeld erweitert werden.

Wie können Fahranfänger bei der Wahl einer Kfz Versicherung sparen?

Auf Fahranfänger kommen oft hohe Kosten zu, nicht nur für den Führerschein und ggf. das erste eigene Auto, sondern dann auch für die Kfz Versicherung. Denn aufgrund des höheren Risikos für die Versicherer aufgrund der mangelnden Erfahrung der Fahranfänger lassen sich diese die notwendige Versicherung mit hohen Beiträgen (niedrige SF-Klassen = hohe Beiträge) und manchmal auch einem Risikozuschlag bezahlen. Es gibt aber einige wertvolle Tipps, wie Sie dennoch bares Geld sparen können.

In der Regel ist es sinnvoll, das Auto des Fahranfängers als Zweitwagen der Eltern zuzulassen. Denn in diesem Fall wird das Auto in der Regel direkt in die SF-Klasse 1/2 eingestuft. Alternativ können Sie sich auch Schadensfreiheitsrabatte von einem anderen Familienmitglied übertragen lassen. Die SF-Klasse ist nie an ein Auto, sondern immer an eine Person gebunden. Sie können die SF-Klasse eines Verwandten also auf sich übertragen lassen. Ebenfalls einen positiven Einfluss hat die Teilnahme am „begleiteten Fahren“ im Rahmen des „Führerschein mit 17“, was einige Versicherungen ebenfalls mit geringeren Beiträgen belohnen.

Auch bei der Wahl des Autos lässt sich sparen, indem Sie ein Fahrzeug mit einer niedrigen Typklasse wählen bzw. kaufen. Je höher die Typklasse ist, desto höher ist auch das Schadensrisiko für die Versicherung – und damit ist auch der Versicherungsbeitrag für das Auto höher. Empfehlenswert ist es, ein Auto zu nehmen, das kein typisches für Fahranfänger ist. Ebenfalls Sparpotential bietet die Fahrleistung. Je weniger Kilometer Sie im Jahr fahren, desto weniger zahlen Sie in der Regel auf für die Kfz Versicherung. Hier muss aber natürlich abgewogen werden, wie viel Sie das Auto wirklich fahren müssen und was aus Gründen der Bequemlichkeit ist, sich also einsparen ließe.

Welche Kündigungsfrist muss man bei einer Kfz Versicherung beachten?

Eine Kfz Versicherung kann zum Ablauf des jeweiligen Versicherungsjahres gekündigt werden. Die Frist für die Kündigung beträgt ein Monat. Sollten Sie Ihre Versicherung binnen dieser Frist nicht kündigen, verlängern sie sich automatisch um ein weiteres Jahr.

In der Regel läuft das Versicherungsjahr bei Kfz Versicherungen bis zum 31. Dezember, sodass am 1. Januar ein neues Versicherungsjahr beginnt. Somit ist eine Kündigung bis zum 30. November möglich – bis zu diesem Zeitpunkt tobt in aller Regel ein Preiskampf unter den Versicherungen.

An Monatsletzten im November muss die Kündigung der Versicherung spätestens vorliegen, damit sie wirksam werden kann. Dies gilt übrigens auch, wenn die Versicherung z. B. zum 1. Juli abgeschlossen wurde. Dann lief der Vertrag in aller Regel zunächst bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres. Allerdings gibt es auch Versicherungen, die unterjährige Laufzeiten anbieten. Dies erfahren Sie in den Unterlagen Ihrer Kfz Versicherung.

Kfz Versicherung trotz Schufa Eintrag?

Ein negativer Schufa Eintrag macht den Abschluss von Verträgen oft schwieriger. Dies gilt auch bei einer Kfz Versicherung, bei denen Sie ebenfalls mit Nachteilen im Falle eines negativen Schufa-Scores rechnen müssen. Allerdings sind die Versicherer gesetzlich dazu verpflichtet, Versicherungsnehmern auch ohne Schufa eine Kfz Versicherung anzubieten. Allerdings handelt es sich hierbei in aller Regel nur um die Basis-Haftpflichtversicherung. Der Abschluss einer „höherwertigen“ Kaskoversicherung ist oft nicht möglich. Zudem müssen Verbraucher mit negativer Schufa mit höheren Kosten für die Haftpflichtversicherung ihres Fahrzeuges rechnen als Versicherungsnehmer ohne Schufa Eintrag.

Enthüllt: Kfz Versicherung das müssen Sie unbedingt wissen bevor Sie wechseln

Der Wechsel der Kfz Versicherung ist in aller Regel bis zum 30. November möglich. Wenn Ihre bestehende Versicherung den Beitrag erhöht, Sie sich ein neues Auto kaufen oder nach einem Schadensfall nicht mehr zufrieden sind, können Sie ebenfalls die Kfz Versicherung wechseln. Finden Sie einen Anbieter mit günstigeren Konditionen bei vergleichbarer Leistung, können Sie sogar bis zu mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Die Kündigung ist nicht schwierig, sollte aber auf jeden Fall fristgerecht erledigt werden. Bevor Sie Ihre bestehende Versicherung kündigen, suchen Sie sich zunächst eine neue, die im Idealfall günstiger ist oder bessere Leistungen bietet. Möglich ist dies z. B. durch einen Versicherungsvergleich im Internet. Haben Sie einen passenden Anbieter gefunden, schließen Sie dort einen Vertrag ab. Erst dann kündigen Sie die alte Versicherung. Oft übernimmt dies auch der neue Versicherer oder das Vergleichsportal für Sie.

Welche Kfz Versicherung ist günstig?

Es kann pauschal nicht bestimmt werden, welche Versicherung günstig ist und somit Ihr Fahrzeug am günstigsten versichert. Denn hier spielen viele verschiedene Faktoren wie die Erstzulassung, die Schadenfreiheitsklasse, der Fahrzeugtyp und viele weitere Faktoren hinein. Daher lohnt es sich immer, die verschiedenen Versicherer und ihre Tarifangebote miteinander zu vergleichen – allerdings nicht nur vom Preis, sondern auch von den Leistungen. Denn oft ist der billigste Anbieter nicht immer auch der beste.

Fazit

Eine Kfz Versicherung ist für jeden Fahrzeughalter Pflicht. Welche Art die passende ist, hängt auch vom Fahrzeug ab. Wichtig ist, dass Sie jedes Jahr aufs Neue Ihre aktuelle Versicherung auf die Probe stellen und Ihren Beitrag für das kommende Jahr mit denen anderer Versicherer vergleichen. Denn durch einen Wechsel zu einer günstigeren Versicherung können Sie viel Geld sparen. Lassen Sie diese Gelegenheit also nicht verstreichen und überprüfen Ihre Kfz Versicherung rechtzeitig vor der Kündigungsfrist des 30. November.

Achten Sie aber nicht nur auf die Kosten. Denn der Versicherer und der jeweilige Tarif sollten Ihr Fahrzeug auch bestmöglich absichern. Sonst sind der Ärger und der Schaden im Fall der Fälle groß, wenn Sie erfahren, dass Ihre Versicherung den entsprechenden Schadensfall nicht abdeckt.

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